Ein kräftiger Renditeanstieg an den US-Anleihemärkten setzt die internationalen Aktienbörsen spürbar unter Druck. Die Rendite richtungsweisender 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg zu Beginn der Woche zeitweise auf bis zu 5,27 % und erreichte damit das höchste Niveau seit Sommer 2007. Haupttreiber für diesen Zinsrutsch am Rentenmarkt sind anhaltende Inflationssorgen im Zuge gestiegener Ölpreise sowie die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.
Anleiherenditen auf Höchststand seit 2007
Der Verkaufsdruck bei US-Staatspapieren ließ die Renditen über die gesamte Laufzeitenstruktur hinweg steigen. Neben den 10-jährigen Papieren, die in der Spitze 5,27 % erreichten, verzeichneten auch 30-jährige US-Staatsanleihen Renditen von bis zu 5,57 % – Höchststände, die zuletzt im Jahr 2004 verzeichnet wurden. Der US-Aktienmarkt reagierte prompt auf den Anstieg der risikofreien Zinsen: Der marktbreite S&P 500 verlor rund 0,8 % auf ca. 7.683 Punkte, während der technologielastige Nasdaq Composite um knapp 0,9 % nachgab und der Dow Jones Industrial Average ein Minus von etwa 0,7 % auf rund 51.481 Punkte hinnehmen musste.
Geopolitik, Ölpreise und Geldpolitik als Treiber
Ursache für den jüngsten Renditesprung ist eine Kombination aus makroökonomischen und geopolitischen Faktoren. Ein spürbarer Anstieg der Rohölpreise – die Sorte Brent kletterte im Zuge von Spannungen im Nahen Osten zeitweise über 100 USD pro Barrel – schürt am Markt die Furcht vor verfestigtem Inflationsdruck. Zusätzlich wiegt die Haltung der Federal Reserve schwer: Nach einer Zinserhöhung Mitte September auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % preisen Marktteilnehmer für die anstehende Sitzung im Oktober eine weitere Anhebung mit hoher Wahrscheinlichkeit ein. Hohe US-Haushaltsdefizite und eine entsprechend umfangreiche Neuemission von Staatsanleihen belasten die Rentenkurse zusätzlich.