Der US-Halbleiterkonzern Intel (ISIN: US4581401001) hat seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 präsentiert. Während die zurückliegenden drei Monate operativ besser ausfielen als von Analysten erwartet, löste der Ausblick auf das laufende vierte Quartal an der Börse erhebliche Verkäufe aus. Am Handels-Freitag, dem 30. Oktober 2026, gab die Aktie im regulären US-Handel um bis zu 29 Prozent nach und fiel von rund 92 US-Dollar am Vortag auf etwa 65,76 US-Dollar.
Drittes Quartal übertrifft Ergebniserwartungen
In den drei Monaten bis Ende September 2026 erzielte Intel einen Umsatz von 16,51 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) stieg von 0,23 US-Dollar im Vorjahr auf 0,52 US-Dollar und übertraf damit sowohl die Konsensprognosen der Analysten (ca. 0,40 US-Dollar) als auch die eigene Unternehmensprognose (0,38 US-Dollar) deutlich. Haupttreiber dieser Entwicklung war der Bereich Data Center and AI (DCAI), dessen Umsatz um 78 Prozent auf 7,32 Milliarden US-Dollar zulegte – getrieben von einer hohen Nachfrage nach Xeon-Serverprozessoren.
Enttäuschendes Jahresendquartal löst Kursrutsch aus
Der Grund für den deutlichen Kursrückschlag liegt in der Prognose für das vierte Quartal 2026. Das Management rechnet mit einem Umsatz zwischen 15,0 und 16,0 Milliarden US-Dollar (Mittelwert 15,5 Milliarden US-Dollar), während der Markt zuvor von rund 17 Milliarden US-Dollar ausgegangen war. Zudem wird ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,25 US-Dollar prognostiziert – spürbar unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von etwa 0,43 bis 0,44 US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge soll voraussichtlich von 44,1 Prozent im dritten Quartal auf zirka 38,0 Prozent im vierten Quartal zurückgehen.
Anhaltende Schwäche im PC-Segment und operative Sonderbelastungen
Für die verhaltene Prognose zeichnen mehrere Faktoren verantwortlich. Das klassische PC-Geschäft (Client Computing Group), das im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 8,10 Milliarden US-Dollar verzeichnete, leidet unter einer anhaltenden Marktschwäche und gestiegenen Speicherpreisen (DRAM/NAND). Intel rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Rückgang des weltweiten PC-Absatzes um 12 Prozent und erwartet vor der zweiten Jahreshälfte 2027 keine nachhaltige Erholung. Hinzu kommt eine temporäre Beeinträchtigung der Fertigung im Werk Fab 28 im israelischen Kiryat Gat nach einem Industrieunfall, die das Management im vierten Quartal mit geschätzten 300 Millionen US-Dollar Umsatzausfall belastet.