Schneider Electric treibt den Umbau vom klassischen Hardware- und Automatisierungskonzern zum umfassenden Industrie-Softwareanbieter weiter voran. Mit der angekündigten Übernahme des US-Konzerns PTC Inc. tätigen die Franzosen die größte Akquisition ihrer Unternehmensgeschichte. Für 22,6 Milliarden US-Dollar in bar sichert sich Schneider Zugriff auf wichtige Softwarebausteine für Produktdesign und Lebenszyklusmanagement (PLM).
Die Details der Milliarden-Transaktion
Schneider Electric bietet den Aktionären von PTC 205,00 US-Dollar je Aktie in bar. Dies entspricht einer Prämie von 42,3 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor der Ankündigung. Der Eigenkapitalwert (Equity Value) beläuft sich auf rund 22,6 Milliarden US-Dollar, während der Unternehmenswert (Enterprise Value) inklusive Verschuldung mit etwa 23,7 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Die Übernahme bewertet PTC mit dem 21-fachen des für 2027 erwarteten bereinigten EBITA (bzw. dem 13-fachen nach Einrechnung sämtlicher Synergien). Der Vollzug der Transaktion ist nach behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der PTC-Aktionäre für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.
Kursreaktionen: Kurssprung bei PTC, Dämpfer für Schneider
Die Reaktionen an den Finanzmärkten fielen am Ankündigungstag zweigeteilt aus. Die Aktie von PTC Inc. (ISIN: US69370C1009) zog im US-Handel um rund 37 Prozent an und näherte sich der gebotenen Übernahmeofferte von 205,00 US-Dollar an. Die Aktie von Schneider Electric (ISIN: FR0000121972) verlor im Pariser Handel hingegen zeitweise mehr als 9 Prozent. Grund für die Zurückhaltung der Schneider-Anleger sind vor allem die hohe Übernahmeprämie sowie die Finanzierungsstruktur der Großtransaktion.
Finanzierung, Verwässerung und Kapitalrückgabe
Zur Erbringung der Kaufsumme setzt Schneider Electric auf eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Neben einer Brückenfinanzierung sollen 16 bis 17 Milliarden Euro über Fremdkapital aufgenommen werden. Zudem plant Schneider die Ausgabe neuer Aktien im Umfang von 5 bis 6 Milliarden Euro, was kurzfristig zu einer Verwässerung für Altaktionäre führt. Um die Bilanz zu schonen, wird das geplante Aktienrückkaufprogramm für die Jahre 2027 und 2028 ausgesetzt; das für 2026 vorgesehene Volumen von 600 Millionen Euro wird jedoch noch abgeschlossen. Die Dividendenpolitik soll unberührt bleiben und ein solides A-Credit-Rating angestrebt werden.