Oracle überrascht mit Rekord-Auftragsbestand: KI-Cloud treibt Wachstum auf 30 Prozent

Oracle hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Angetrieben von dreistelligem Wachstum in der Cloud-Infrastruktur kletterte der Auftragsbestand auf 664 Milliarden US-Dollar.

Der US-Software- und Cloud-Konzern Oracle (ISIN: US68389X1050) hat mit seinen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Wall Street klar überflügelt. Ein stark beschleunigtes Wachstum in der Cloud-Sparte sowie ein drastischer Anstieg der vertraglich gesicherten Restleistungsverpflichtungen verdeutlichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz. Für Privatanleger liefert der Quartalsbericht wichtige Erkenntnisse zur nachhaltigen Transformation des Unternehmens und der Finanzierung des gewaltigen Investitionsbedarfs.

Umsatz und Gewinn übertreffen Analystenschätzungen

Im am 31. August 2026 beendeten ersten Geschäftsquartal steigerte Oracle den Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 19,35 Milliarden US-Dollar. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als der Marktkonsens, der im Vorfeld bei etwa 19,14 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Erstmals in der Geschichte des Konzerns lag der Umsatz im Auftaktquartal zudem höher als im vorangegangenen vierten Quartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) stieg um 30 Prozent auf 1,92 US-Dollar und übertraf die Analystenschätzungen von durchschnittlich 1,74 US-Dollar deutlich.

Cloud-Infrastruktur als Wachstumsmotor

Haupttreiber der dynamischen Entwicklung bleibt die Cloud-Infrastruktur-Sparte (Oracle Cloud Infrastructure, OCI). Der OCI-Umsatz kletterte im Berichtsquartal um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar. Innerhalb dieser Sparte verzeichnete das Geschäft mit CPU- und GPU-Infrastruktur für KI-Anwendungen sogar ein Plus von 151 Prozent auf 6,5 Milliarden US-Dollar. Der gesamte Cloud-Umsatz inklusive Software-as-a-Service (SaaS) belief sich auf 11,6 Milliarden US-Dollar (+62 Prozent). Demgegenüber schrumpfte das traditionelle Lizenzgeschäft (On-Premises) erwartungsgemäß um 3 Prozent auf 5,5 Milliarden US-Dollar, da Kunden zunehmend in die Cloud migrieren.

Auftragsbestand steigt auf 664 Milliarden US-Dollar

Besonders aufmerksam verfolgten Marktteilnehmer die Entwicklung des Auftragsbestands (Remaining Performance Obligations, RPO). Dieser Wert sprang im Jahresvergleich um 209 Milliarden US-Dollar auf den Rekordstand von 664 Milliarden US-Dollar und lag damit spürbar über den Markterwartungen von rund 630 bis 640 Milliarden US-Dollar. Allein im ersten Quartal wurden neue KI-Cloud-Verträge mit einem Volumen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Nach Angaben des Managements sollen etwa 50 Prozent des gesamten RPO-Bestands innerhalb der nächsten 36 Monate in Umsätze umgewandelt werden.

Investitionswelle und Cashflow-Finanzierung

Um die enormen Kapazitätsanforderungen zu bedienen, investierte Oracle im ersten Quartal massiv: Die Investitionsausgaben (CapEx) stiegen auf 28,5 Milliarden US-Dollar, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 8,5 Milliarden US-Dollar gelegen hatten. Im selben Zeitraum wurden 850 Megawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität bereitgestellt und mehr als 300.000 GPUs an Kunden ausgeliefert. Trotz hoher Ausgaben fiel der freie Cashflow mit minus 5,4 Milliarden US-Dollar weniger negativ aus als am Markt befürchtet. Ein wesentlicher Grund dafür sind Vorauszahlungen der Kunden in Höhe von rund 11,36 Milliarden US-Dollar, die den operativen Mittelabfluss abfederten.

Prognose angehoben: Zuversicht für das Gesamtjahr

Aufgrund des hohen Auftragsbestands blickt das Management optimistisch auf die kommenden Quartale. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnet Oracle mit einem Umsatzwachstum von 30 bis 34 Prozent sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,85 und 1,93 US-Dollar. Die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2027 wurde ebenfalls nach oben angepasst: Der Gesamtumsatz soll auf mindestens 90 Milliarden US-Dollar steigen (+34 Prozent gegenüber dem Vorjahr), während beim bereinigten EPS nun 8,10 US-Dollar angestrebter Richtwert sind.

Für Privatanleger zeigt der Quartalsbericht von Oracle, dass der Konzern seine Rolle als einer der führenden KI-Infrastruktur-Anbieter weiter festigt. Die Kombination aus starkem Cloud-Wachstum und Rekord-Auftragsbestand bietet hohe Ertragsvisibilität. Zu beobachten bleibt jedoch, wie zügig der hohe RPO-Bestand in tatsächliche Umsätze umgemünzt wird und ob das Vorauszahlungsmodell der Kunden die hohe CapEx-Belastung auch künftig ausreichend abfedert.

Dieser Artikel wurde auf Basis von verschiedenen Quellen mit KI erstellt.