Die US-Notenbank Federal Reserve tritt am 27. und 28. Oktober 2026 zu ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen. Nach einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte im September verharrt der Leitzins (Fed Funds Target Range) aktuell bei 3,75 % bis 4,00 %. An den Futures-Märkten signalisiert das CME FedWatch Tool derzeit eine Wahrscheinlichkeit von knapp 90 % für ein Beibehalten der Leitzinsen. Für international ausgerichtete Privatanleger und Inhaber globaler ETFs geht es dabei jedoch um weit mehr als nur um den reinen Zinsentscheid.
Markterwartung und das Fehlen des Dot Plots
Der breite Markt rechnet fest damit, dass die Notenbank im Oktober vorerst die Füße stillhält, um die Wirkungen des Zinsschritts vom September zu analysieren. Eine Besonderheit der anstehenden Sitzung liegt darin, dass kein neues Summary of Economic Projections (SEP) inklusive des sogenannten Dot Plots veröffentlicht wird. Entsprechend konzentriert sich das Interesse der Marktteilnehmer vollkommen auf den Wortlaut der geldpolitischen Erklärung sowie die anschließende Pressekonferenz. Privatanleger sollten darauf achten, ob Anzeichen für weitere Zinsanhebungen auf der Dezember-Sitzung angedeutet werden.
Hartnäckige Inflation verengt den Spielraum
Die makroökonomische Ausgangslage präsentiert sich zwiespältig. Zwar lag die US-Kernrate der Verbraucherpreise (ohne Energie und Lebensmittel) im September bei 2,6 %, die Gesamtrate kletterte jedoch infolge gestiegener Energie- und Benzinpreise auf 3,7 % gegenüber dem Vorjahr. Fitch Ratings weist zudem darauf hin, dass der Preisdruck in der Breite hoch bleibt. Da sich der US-Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 % weiterhin robust zeigt, ist der Druck auf die Notenbank hoch, die Inflation nachhaltig einzudämmen. Sollte die Fed eine strengere Haltung einnehmen, könnte dies die Renditen von US-Staatsanleihen weiter stützen.